Nordportugal – eine Entdeckung

von Porto entlang des Douro bis in das Beira Interior und zurück

Wie habe ich mich gefreut! Endlich komme ich nach Porto, fahre den Douro mit seinen steilen Weinhängen entlang und reise in das Landesinnere bis zur spanischen Grenze! Meine ersten Eindrücke möchte ich hier erzählen und dann in weiterer Folge näher eingehen auf den Douro, die Stadt Porto, das Beira Interior, die Weine, die Museen.

Die Menschen in Nordportugal und so vieles Andere, das sie so sehr lieben, haben es sich nicht leicht gemacht. Alles will ein bisschen entdeckt werden, ist nicht so einfach erreichbar und nicht auf den ersten Blick erkennbar. Wenn du es aber siehst, weißt du um die Schönheit, die schier atemberaubende Stille, die pittoreske Landschaft und die Liebe womit all dies gehegt und gepflegt wird.

Nun, ich erwähne hier eine Legende (eine Variante davon), die dies ein bisschen veranschaulicht: Vor sehr langer Zeit haben sich drei Flussgeister auf die Reise nach Spanien begeben um ein Wettrennen an den Atlantik zu beginnen. Vor dem großen Start jedoch sind sie tief und fest eingeschlafen. Guadiana wachte als erster auf und nahm den einfachsten und schönsten Weg hinunter zur Algarve. Tejo folgte als zweiter und entschied sich für den Weg nach Lissabon. Douro wachte als letzter auf und nahm eiligst den langen, engen, schwierigen und zerklüfteten Weg durch den Norden Spaniens und Portugals bis Porto.

Manche sagen, der Flussname stammt vom lateinischen „durius“, also „duro“ = hart. Die „Härte“ mag sich auf den Weg beziehen, den der Douro zwischen steilen, felsigen Böschungen nimmt und damit eine Schlucht in die Granitberge Nordportugals schneidet.

Er entspringt als Duero in Nordwest-Spanien, speist und ist auch Namensgeber für das Ribeira del Duero, verändert seinen Lauf Richtung Süden entlang der spanisch-portugiesischen Grenze um dann seinen Weg Richtung Atlantik zu nehmen.

Bei unserem ersten Besuch in einem Portweinhaus in Vila Nova de Gaia / Porto, dem Espaço Porto Cruz wird uns vor der Portweinverkostung ein Film gezeigt: Früher wurden die Fässer voll jungem Wein zur weiteren Reifung unter lebensgefährlichen Umständen nach Porto gebracht, auf kleinen flachen Kähnen, den Rabelos, durch starke Strömungen und Fluten  vorbei an scharfen Felsen und Steinen unter Wasser.

So weiß man dann das „Ergebnis“, den Portwein, so richtig zu schätzen! In weiß, rosé und rot – weißer Port auch als Longdrink mit Eis, Rosmarinzweig, Ingwer und Tonic auf der Dachterrasse genossen, herrlich!

Jedes Portweinhaus ist heute stolz auf sein Rabelo, jährlich wird eine Regatta veranstaltet, die viele einheimische und touristische Zuseher anlockt.

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Wir haben einen Teil des Douro mit der absolut empfehlenswerten Zugfahrt entlang des Flusses entdeckt, unsere Fahrt ging von Régua nach Pocinho. Die wirklich atemberaubende Landschaft offenbart sich wie ein Film, der vor dem Fenster abläuft. Und man erhält einen grandiosen Eindruck von der Mächtigkeit dieses Flusses, von der Steilheit der in das Wasser verlaufenden Hänge, von den Weinterrassen, von der sich verändernden Landschaft. Schönheit offenbart sich, lässt aber wiederum die Härte und Schwierigkeit des Anbaus und Lebens hier erahnen.

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Die steilen Weinterrassen, vor allem am oberen Flusslauf, wurzeln auf Schiefer-Untergrund. Schieferböden speichern Feuchtigkeit, wodurch  die Reben gut durch die heißen und trockenen Sommer kommen.

Kurz ein paar Worte zum Weinbaugebiet Douro, das in drei Gebiete unterteilt wird:

Das westliche Baixa Corgo umfasst ca. 1/3 des DOC-Gebietes. Hier sind die Weinberge weniger steil, die Erdschicht auf dem Schiefer tiefer und auch fruchtbarer. Aufgrund der Atlantiknähe ist das Gebiet mit mehr Niederschlag gesegnet als weiter östlich, auch sind die Temperaturen wesentlich milder.

Rund um die Stadt Pinhão liegt das Cima-Corgo. Die Hänge sind felsig, karg und steil, das Klima heißer und trockener. Die berühmtesten Quintas (Weingüter) haben sich hier angesiedelt, teilweise malerisch in Flussnähe gelegen.

Weiter östlich bis an die spanische Grenze reicht das Douro Superior mit mediterranem Klima. Von hier stammen wenige Grundweine für den Portwein.

Die Still- und Schaumweine von hier, oft immer noch als „das best gehütetste Geheimnis“ bezeichnet, und Portweine, verdienen einen eigenen Beitrag auf unserem Blog Triumvin.at!

 

ProvesendeDas Leben und der Stolz der Menschen hier ist auch geprägt durch ihre Geschichte, überall findet man Spuren vor allem des Mittelalters. Beim Besuch von kleinen Dörfern, Ruinen und Klöstern ist man verzückt vom liebevollen Erhalt der alten kleinen Steinhäuser, die vielfach noch bewohnt werden. Ein bisschen fühlt man sich zurückversetzt in andere Zeiten. Umso mehr mögen einen die top modernen Museen erstaunen, mit wirklich spannenden und interessanten Präsentationen. Portugal hat damit EU-Subventionen gut genutzt, Ausstellungsdesigner hätten ihre Freude daran! Mehr dazu in meinem Beitrag über das Beira Interior.

Das wunderbare Gebiet des Douro will besucht und entdeckt werden!Provesende

In der Nacht unterbricht nur das Bellen einiger Hunde die absolute Stille, am Morgen bietet sich ein herzerwärmender Anblick, und voller Freude macht man sich auf den Weg die Weine, Speisen, Hügel und Mauern, grüne Landschaft und restaurierte kleine Häuser zu erforschen und die herausragende Gastfreundschaft der lächelnden Portugiesen und Portugiesinnen zu genießen!

 

Mein persönlicher Dank gilt Elena Paschinger, der ewig quirligen Reisebloggerin und stetigen Inspirationsquelle – siehe unter http://www.creativelena.com/sowie den „Triumvinatinnen“ Anna und Elisabeth!

Pedro Castro war unser unermüdlicher Ansprechpartner, Organisator und Reisebegleiter, auch ihm gilt: Obrigada! sowie den Mitreisenden aus aller Welt, ohne die diese Tage nur halb so lustig gewesen wären! Ermöglicht wurde der Trip durch das Projekt Douro e Estrela – In Tourism, das bis 2014 läuft, gefördert von AETUR (Associação dos Empresários do Douro e Trás-os-Montes) und NERGA (Associação Empresarial da Região da Guarda). Ziel des Projekts ist es, touristische Angebote zu strukturieren, effiziente Marketingstrategien  zu entwickeln, das Image im Ausland zu verbessern, die Wirtschaft fördern.

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  8 comments for “Nordportugal – eine Entdeckung

  1. 14. Januar 2015 at 8:45 pm

    hi,hochinteressante weinseite ganz nach meinem Geschmack! suche auch immer nach preiswerten Exoten.
    mfg,peter l.

    • Elisabeth Gstarz
      14. Januar 2015 at 10:29 pm

      Danke, Peter! Das freut uns:-)

  2. Creativelena
    3. September 2013 at 10:09 pm

    „Das wunderbare Gebiet des Douro will besucht und entdeckt werden!“ Liebe Elisabeth, tausend Dank für diesen wunderbaren Artikel !!! Ich freue mich jetzt schon, wenn ich entlang der sonnenverwöhnten Douro-Tal-Hänge reisen werde … hoffentlich das nächste Mal! Ganz viele liebe Grüße und alles Gute,

    Elena „die ewig quirlige Reisebloggerin“ jawohl 😉

    • ElisabethSeifert
      12. September 2013 at 8:56 am

      Liebe Elli, Creative-Elena!
      Danke dir, und freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat! Ja möchte eigentlich selbst wieder hinfahren … vielleicht machen wir das einmal gemeinsam :-))!
      Bis dahin, weiter soviel „Quirligkeit“, und wir lesen uns!
      Elisabeth

      • Creativelena
        1. Oktober 2013 at 11:36 am

        Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Portugal-Bericht bei Creativelena 😀

        • ElisabethSeifert
          1. Oktober 2013 at 9:49 pm

          Creativelena: hast du schon PORTO gesehen und gelesen? Stay tuned .. one more to go 😉 – dann komme ich zu dir!

          • Creativelena
            8. Oktober 2013 at 10:50 am

            Liebe Elisabeth, super !!! Ich freue mich schon sehr auf Deinen Bericht. PORTO klingt fantastisch … und hoffentlich komme ich da nächstes Jahr hin, schaut gut aus wie es scheint 😉

          • ElisabethSeifert
            9. Oktober 2013 at 11:39 pm

            Liebe Elli! Ich bin mir sicher, dass du das nächstes Jahr schaffst ;), dann erzählst du mir darüber, wie du es empfunden hast. Porto ist absolut einen Besuch wert! Nimm dir Zeit dafür!

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