PORTO & PORT

Die Stadt, der Wein, der Douro –

und Harry Potter!

Charmant – so könnte man Porto mit einem Wort beschreiben. Die Stadt wirkt ein bisschen wie eine Filmkulisse. Zauber liegt in der Luft. So wie viel Geplauder, Lachen, Freundlichkeit, Bewegung, viele Menschen. Kirchen, Azulejos, Jugendstil- und Barockhäuser, moderne Gebäude, Bauten aus Granit, stählerne Brücken. Wein, Portwein. Der breite, mächtige Douro, der hier seinen Weg in den Atlantik findet. Er ist stets Orientierungspunkt.

Mitunter ist es eine olfaktorische Herausforderung, bei gefühlten 40° C Ende Juni Porto zu erforschen. In vielen etwas ruhiger liegenden, engen Gassen sollte man unangenehme Duftnoten ignorieren und sich der Magie der aneinander geschmiegten Häuser unterschiedlicher Größe ergeben – teils renoviert, teils halb verfallen, teils total kaputt. Manche Häuser sind nur mehr im untersten Geschoß mit kleinen Geschäften und Werkstätten belebt. Einige Balkone erblühen förmlich durch unzählige Pflanzen und Blumen, teils auch Vogelkäfige, andere dienen nur zum Trocknen der Wäsche.

Porto zählt zu den ältesten Städten Europas und ist die zweitgrößte Stadt Portugals. Wirtschaftlich gesehen ist Porto eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt (Textil-, Lederwaren-, Metall-, Genussmittel- und chemische Industrie), wichtiges Verkehrs- sowie kulturelles und wissenschaftliches Zentrum (Universität, Kunstakademie, Oper, Theater, Museen). Erhaltungskosten und Mieten für die teilweise verfallenden Häuser im historischen Zentrum der Stadt sind hoch, viele EinwohnerInnen ziehen deshalb an den Rand der Stadt.

Bekannt ist Porto aber für seinen Portwein. Mehr dazu später, lassen wir seine Atmosphäre noch etwas auf uns wirken und schlendern durch die nostalgische Stadt.

Die Ribeira (port. für „Fluss“) ist die historische Altstadt Portos, steht unter Denkmalschutz und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Vom Fluss aus gesehen zeigt sie sich wie ein Gesamtkunstwerk.

Viele Haus- und Kirchenfassaden sind mit den berühmten Azulejos – handbemalten Kacheln – geschmückt.

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Die Rua de Santa Catarina: belebte Einkaufsstraße mit Art-déco und Moderne: das Café Majestic im Jugendstil, eine Buchhandlung und ein (guter?) Marketing-Gag.

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Der Zauberschüler

Ja und Harry Potter? Ich sprach vom Zauber dieser Stadt. Hier wurde Klein-Harry erschaffen. Tatsächlich lebte J.K. Rowling einige Jahre als Sprachlehrerin in Porto, die pittoreske Stadt mit ihrem in andere Zeiten verführenden Charme haben sicher zur Entstehung von Harry Potters Welt beigetragen. Inspiration dafür findet sich an jeder Straßenecke. Viele Geschichten ranken sich darum, in welchen Cafés J.K. Rowling die ersten Kapitel des Buches geschrieben hat.

Die Livraria de Lello e Irmão

Angeblich war eine Buchhandlung Drehort (jedenfalls war sie Inspiration) für das Zaubergeschäft, in dem Harry seinen ersten Zauberstab kauft: Die Livraria de Lello e Irmão, mehrfach zu einer der schönsten Buchhandlungen der Welt gekürt. Die grandiose rote, einzigartig gewundene Wendeltreppe, die Holzvertäfelungen und kleinen, bunten Glasfenster, die teils antiquarischen Bücher in vollgestopften Regalen, und dazwischen ein paar Café-Tische – all dies entführt ein bisschen in andere und ja, warum nicht, magische Welten. (Innenfotos sind leider verboten, so sieht die Buchhandlung von außen aus. Dem Link folgend erhältst du einen Eindruck der Treppe)

Portwein

Nun, wir bewegen uns wieder in die heutige Zeit zurück und in Richtung Douro.

Die Brücke Dom Luís I
Die Brücke Dom Luís I

Die unglaublich imposante, hohe Brücke Dom Luís I verbindet Porto mit Vila Nova de Gaia am linken Ufer des Douro. Hier dreht sich alles um Portwein.

 

Was ist Portwein?

Portwein verdankt seine Entstehung den Handelskriegen zwischen England und Frankreich, Importverboten und hohen Steuern im 17. Jhdt. Englische Weinkaufleute ließen sich an der Nordküste Portugals nieder und suchten entlang des Douro Richtung Landesinnere Alternativen zum dünnen Wein, den es damals an der Küste gab. Sie wurden fündig: hier gab es kräftige, dunkle Rotweine, die in London bald als „Blackstrap“ bezeichnet wurden. Kaufleute setzten den Weinen Brandy bei, um sie für die Verschiffung nach England zu stabilisieren. Hoch in den Bergen über dem Douro wurde ein Klosterabt entdeckt, der dem Wein bereits während und nicht erst nach der Gärung Brandy beifügte. So entstanden süße, alkoholstarke Weine, die erste Vorbilder für Port wurden.

In meinem Beitrag Nordportugal – eine Entdeckung habe ich bereits das streng reglementierte Weinbaugebiet des Douro und dessen klimatischen Bedingungen beschrieben. Über achtzig Rebsorten sind für die Produktion des Portweins zugelassen! Portugal hat damit einen Riesen-Schatz an teils autochthonen Rebsorten, aus denen wirklich eigenständige und spannende Weine als Botschafter ihrer Herkunft produziert werden können. Verstärkt werden in den letzten Jahren auch sogenannte Stillweine daraus gekeltert, der beginnende Erfolg auf internationalen Märkten gibt den Winzern Recht! Zu diesen Sorten gehören: Touriga National, Tinta Barroca, Touriga Francesa, Tinta Roriz, Tinta Cão, Tinta Amarela, Mourisco und viele mehr.

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Portweinstile: Die Grundtypen erkennt man an der Farbe: White, Ruby, Tawny, Pink Port. Nach Qualität und Lagerungsart kann zwischen flaschengereiften und fassgereiften Portweinen unterschieden werden. Innerhalb dieser Kategorien gibt es viele verschiedene Port-Stile.

Vintage, Garrafeira, Crusted etwa reifen in der Flasche, werden oft ohne Filtration gefüllt und es kann 20 oder mehr Jahre dauern, bis sie trinkreif sind. Flaschengereifte Portweine werden mit Korken verschlossen und geben uns damit den Hinweis, die Flasche möglichst rasch nach dem Öffnen zu trinken.

Portweinstile
Hier eine meiner Meinung nach sehr gelungene Darstellung der Portweinstile, die uns während der Verkostung im Espaço Porto Cruz in Vila Nova de Gaia dargelegt wurde

Tawny, Late Bottled Vintage, Colheita sind Beispiele für fassgereifte Ports. Sie sind stabiler gegenüber Luft- und Lichtkontakt und können über längere Zeit genossen werden. Entsprechend sind diese Flaschen mit einem wiederverschließbaren Stopfen versehen.

Man könnte viele Tage damit verbringen, die vielen Portweinhäuser zu besuchen und sich durch alle Stile, Farben und Geschmäcker durchzukosten. Ans Herz legen möchte ich allen den Genuss eines Schokoladekuchens begleitet von Portwein, in unserem Fall war es ein 10jähriger Tawny! (Die Schoko-Kuchen haben es hier in sich und sind köstlich auf der Zunge zergehend … ich bin noch auf der Suche nach einem Original-Rezept ohne Mehl)

Und mit diesem Blick von der Dachterrasse des Espaço Porto Cruz verlassen wir nun Porto ein bisschen wehmütig – und kommen sicher zurück!

Blick von der Dachterrasse des Espaço Porto Cruz

 

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