Versteckte Vitalosophen & entdeckte Hobbywinzer

An-Alapanka-Ma   eine Lebensphilosophie

„Unser gastrosophisch.vitalosophisches Ziel ist es, ganzheitliche, kulinarische Geschmackserlebnisse zu vermitteln.“

Der Kochkünstler

Ein Versprechen auf das ich mit Leib und Seele gespannt bin! Ich befinde mich auf dem Weg nach Zahling im Südburgenland. Eine kleine Straße führt zur Bobosberggasse 20. Dort haben sich ein Küchenmeister, eine Künstlerin und ein pensionierter Internist ihren Traum erfüllt. Das Konzept verbindet Kunstgalerie, Energieübungen und vegetarische Küche in galanter Exzellenz.

Dr. med. Peter MiesBegrüßt durch Dr. med. Peter Mies trete ich in das „Speiseatelier“ ein. Der luftige, große Raum in dem wir uns jetzt befinden kombiniert Speisenischen, Lounge und eine herrlich offene Küche. Man fühlt sich gleich wie in einer anderen Welt, umgeben von vielen künstlerischen Figuren kreiert von Sylvia Mies.

Kochkünstler Friedrich Gutscher führt zum Aperitif  in die Lounge.  Kredenzt wird ein Saphir Crémant Brut aus dem Hause Bouvet Ladubay an der Loire zu einer Tomatenessenz kombiniert mit frischgebackenem Baguette mit Olivenpaté. Ob mein Gaumen das über 1000 Jahre alte Tuffsteingewölbe der Edelkellerei in dem der wunderbare Crémant gelagert wurde erkennt, sei dahin gestellt. Gewiss ist, die bewusste Leichtigkeit gepaart mit spielerischer Eleganz und heller Fruchtaromatik verbindet sich aufs Beste mit dem gereichten Gruß aus der Küche.

Sushi im SpeiseatelierWeiter geht es zu Tisch. Serviert wird eine Variation an Maki, die meine Sushi liebende Seele aufs höchste erfreut. Der dazu gereichte grüne Tee wirkt erfrischend. Bereits jetzt schiele ich auf den Tisch hinter mir. Eine Weinfalsche deutscher Herkunft steht für den nächsten Gang bereit.

Friedrich Gutscher erklärt mir später, er habe durch seine Weinleidenschaft einige reife Tropfen in seinem Keller angesammelt. Diese reichen bis ins 1900 Jahrhundert zurück. Warum hatte ich nicht vorher gefragt?

Riesling DiehlMit einem leisen Plopp wird der Riesling Jahrgang 2003 geöffnet. Aus der Lage Goldloch stammend wurden die reifen Beeren in Amphoren des Schlossguts Diel der Burg Layen gereift.  Diel ist übrigens eines der Spitzenweingüter Deutschlands, unter anderem Mitglied bei VDP – die Prädikatweingüter seit 1989. Mineralischer Boden, die steile Lage und der Fluss Nahe bringen dem Riesling Frische. Die Nase lässt Honig und luftige Erde erkennen, der Gaumen spricht von reifem Steinobst. Riesling pur! Der Wein verfällt in Symbiose mit der gereichten Speise: Wachtelei auf Artischockenfladen mit frittierten Artischockenherzen garniert mit frischem Trüffel aus Umbrien.

Die Augen geschlossen, die Nase mitten im Goldbach ruft bereits der Abschluss: Weingartenpfirsich gedünstet mit Zedernrosmarin an Kokoseis bestreut mit Tahiti Vanille.

Zu dieser heimisch exotischen Variation Degistifgesellt sich ein Pineau aus dem renommierten Traditionshaus Château de Beaulon. Dieser besteht aus den Säften der Sauvignon Blanc, Chenin Blanc und Merlot Traube und wird mit Cognac auf 18vol% aufgefüllt. Fünf Jahre Zeit bekommt er in Barrique Fässern zur Reifung.

Auf Grund von Zeitmangel gingen sich die Energieübungen leider nicht mehr aus. Es gib sicher ein nächstes Mal mit vollstem Genuss des Vitalpakets!

Wohl vegetarisch genährt und Geschmacksnuancen reicher geht es weiter…

 Wohnothek & WochenendWeingut

Die WohnothekZuerst geht es ans Zimmer beziehen. Inmitten der Weingärten von Deutsch Schützen liegt die Wohnothek. Schuhschachteln ist das Erste, das mir einfällt. Vielleicht auch noch Al Bundy. Gehört hatte ich bereits von den 10 atmenden Kuben. Sie gliedern sich bei näherer Betrachtung seltsamerweise sehr gut in ihre Umgebung.

Das "Zimmer"

Immer noch fasziniert von der Architektur geht es bereits schnell weiter. Diesmal sitze ich auf einem elektrisch betriebenen Drahtesel, der mich nach Eisenberg bringen soll. Denn dort gibt es eine Besonderheit die es zu entdecken gibt.

 

Das Weinbau Stubits wird von der Familie als leidenschaftliches Hobby betrieben. Das größte Glück für mich, sie haben genau an diesen Tagen Ende August ihren 2wöchigen Buschenschank geöffnet.
Das Fahrrad abgestellt, den Po auf die Bank positioniert und schon kommt der Hausherr auf den Tisch zugesteuert. Bestellt wird quer durch die angebotenen südburgenländischen Genüsse plus natürlich Wein, Wein und nochmals Wein. Ein 16tel zum Probieren. Am besten von jedem Roten. Kommt sofort.
Das südburgenländische Weinbaugebiet besteht aus knapp 500 ha Rebfläche rund um den Eisenberg und das Deutsch-Schützen Weingebirge. Schwere, eisenhältige Böden verschaffen der Hauptsorte Blaufränkisch einen gestandenen Charakter.
Ich verkoste mich vergnügt durch die Jahrgänge klassisch und jugendlich 2010 & 2011, bis es in die charmante Kraft der Reserven geht.
Zugegeben hatte ich bis dahin der Eisenberger Blaufränkisch Riege immer einen etwas anderen Eindruck am Gaumen. Robust, stahlig und rustikal sind sie mir erschienen. Doch jetzt wirkt ein anderes Bild. Schmeichelnd, sanft, wobei die gradlinige Struktur einen erfrischenden Weg im Gaumen beschreibt. Im Gespräch mit dem Winzer über Witterung, Vegetation und Jahrgänge wird das große Herz sichtbar, das für jeden einzelnen Rebstock schlägt. Auf einmal breitet sich ein Grinsen auf Walter Stubits‘ Gesicht aus und er verschwindet kurz. Mit zwei gefüllten Gläsern kommt er wieder. Blaufränkisch 2001, ein Kellergeheimnis! Der Abschluss des Besuchs endet mit fröhlichen Erzählungen von Elisabeth Stubits und einem Glas Frizzante.
Jetzt aber schnell aufs Rad und den Weg ins Schlafgemach finden…
Herzlichen Dank an Burgenland Tourismus für die Einladung in das kreative Südburgenland!
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