Neuseeland „Die heißen Kräfte der Erde“

Nach unserer unglaublich sanften Landung mit einem Airbus A380 in Auckland war es wichtig unseren neuen Tagesrythmus zu finden. Also mindestens bis 20 Uhr aufbleiben. Da sich der Hunger meldete gab’s ein wunderbares Thai Essen im Bezirk Mt. Wellington mit dem ersten neuseeländischen Wein, ein Sauvignon Blanc aus dem Marlborough. Knackige Frucht mit elegantem Körper, erfrischend wenn man nicht gerade 26 Stunden unterwegs gewesen wäre.

Rotorua – Nase zu und durch

Mud Pool

Am 2. Jänner machten wir uns gleich auf nach Rotorua, ein sehenswerter Hotspot auf der Nordinsel. Wai-O-Tapu – das thermale Wunderland. Eine Gegend voller sichtbarer Erdaktivität. Natürlich sind die schönsten und aktivsten Stellen in einem Besucherpark zu finden. Das Department of Conservation New Zealand hat wie so viele National Parks auch hier ein Scenic Reserve erschlossen. Schon vor unserem Eintritt in den gekennzeichneten Weg beißt uns der Schwefel in der Nase.

Fasziniert sehen wir in zahlreiche Ereignisse hinab. Schlammblubberteiche mit klingenden Namen wie „Devil’s Ink Point“ gefolgt von wunderschönen, qualmenden Seen ziehen sich Stück für Stück durch die Landschaft. Wo man hinsieht brodelt und blubbert es. Zeichen bitten um Vorsicht – die Flüssigkeit vor einem erreicht 100°C !

100 GradDiese Gegend ist von vulkanischer Aktivität geprägt, die sich bis 160.000 Jahre zurück verfolgen lässt. Hier wird ein Teil eines Wassersystems sichtbar das sich in den Waikato Fluss ergießt und bis in das tasmanische Meer fließt.

Das Wasser wird durch unterirdische Ströme von Magma erhitzt. Durch die enormen Temperaturen werden Minerale im Stein freigesetzt und färben das Wasser. Es entsteht eine skurrile Landschaft die an eine fiktive Welt erinnert.

gelber See

Der wunderbare ‚faule Eier‘ Geruch tut nach gut 1,5 Stunden sein bestes um uns zu vertreiben. Wir nehmen es leicht und verziehen uns von den Ansichtsexemplaren zu den wirklich interessanten Schwefelquellen. Nicht weit von unserer Nächtigung ist ein Spa das zu unserer großen Freude noch einen privaten Pool zur Verfügung hat. In 38°C Grad darf man sich jetzt eine halbe Stunde sulen.

Ruapehu – Auf die Spitze des Vulkans

Ruapehu

Unsere Kanu Reise auf dem Whanganui Fluss wurde wegen Hochwasser (der Fluss führte nach einer Nacht Schüttregen plötzlich 4,80 statt üblicher 1,6 Meter Wasser) auf unbestimmte Zeit verschoben. Darauf hatte ich mich schon so sehr gefreut. Hilft nix, da muss man durch. Das Wetter hat seinen eigenen Willen. Dieser wird auch am nächsten Tag durch schönsten Sonnenschein gezeigt. Was gibt es besseres als einen Vulkan zu erklimmen.

SesselliftRuapehu ist einer der aktivsten Vulkane ganz Neuseelands. Der letzte Ausbruch fand 1996 statt. Es heißt jeder aktive Vulkan hat einen bestimmten Zyklus an Eruptionen die regelmäßig eintreffen. Schön zu wissen, dass die meisten Vulkane hier überfällig sind.

Nach einer ansteigenden Straße parken wir das Auto und lassen uns im Sessellift nieder. Dieser schöne rustikale Hügel ist im Winter nämlich ein sehr beliebtes Skigebiet. Kurz darauf geht es für 2,5 Stunden über Lava-Geröll, kleine Schmelzflüsschen und Schnee-Ebenen auf die Spitze des Vulkans. Auf dem Weg dorthin bieten sich atemberaubende Ausblicke auf eine raue Landschaft, die sich immerzu zu bewegen scheint. Vorsichtig setzt man einen Fuß vor den anderen. Hier und da geht eine kleine Steinlawine ab. Es gibt keinen angezeigten Weg, keine Befestigung. Man geht so wie man glaubt, oder so wie man meint zu glauben. Wenn es zu steil wird, der Fels zu sehr von oben den Weg versperrt, muss man umkehren. Einen Weg gibt es immer, man muss ihn nur finden.

Wir haben ihn gefunden an diesem sonnigen Tag. Ein wahres Vergnügen der Natur in ihrem Ursprung so nah zu sein. Gute Nachricht gab es nach dem Abstieg. Der Fluss wird in einem Tag befahrbar sein. Auf geht’s in ein neues Abenteuer ….

Der erste Artikel mit der Vorfreude zu Neuseeland ist hier zu finden: Aotearoa – am anderen Ende der Welt

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