BEIRA INTERIOR – dem Himmel so nahe

Síria, Fonte Cal, Fernão Pires, Trincadeira sind einige der Zauberworte hier. Genauer gesagt Rebsorten. Ein Eldorado davon. Umgeben von Bergen, auf recht hoher Höhe.

Wir sind im Landesinneren von Portugal, direkt an der spanischen Grenze. Von der aus auch ein Jakobsweg nach Santiago de Compostela führt – das war mir neu. Das einzige Skigebiet des Landes ist hier in den Bergen. Es gibt ein Naturreservat (Malcata). Eine Universität. Und Tradition. Lokale Spezialitäten wie Weine, Olivenöl oder gebietszertifizierter Käse (etwa Serra da Estrela DOP, Castelo Branco DOP).

Beira Interior

Beira Interior ist inmitten eines Berge-Quartetts eingebettet: nordwestlich liegt die Bergkette Serra de Estrela (die Ebene der Sterne), südlich die Serra da Gardunha, die Serra da Malcata im Südosten und die Serra da Marofa im Nordosten. Spanien bildet die Grenze im Osten. Das Zentrum ist die Stadt Castelo Branco.

Von der Serra de Estrela aus gesehen überblickt man fast die Hälfte Portugals.

Grüne Hügel und Granitböden. Die größtenteils hügelige Landschaft liegt im Norden. Im Süden sehen wir große Hochebenen, unterbrochen von Tälern mit Nebenflüssen. Beira bedeutet Rand oder Ufer.

Beira InteriorHier am „Rande“ Portugals waren einst Gefechte wegen des Beira InteriorGrenzverlaufs an der Tagesordnung. Deshalb ähneln die Dörfer hier Festungen. Kleine Dörfer mit Steinhäusern, die noch bewohnt werden: zierliche Vorhänge an den Fenstern, farbenfrohe Blumenpracht vor den Eingängen.

Beira Interior - SortelhaEin Beispiel dafür ist die Gemeinde Sortelha. Das Historische Dorf (Aldeia Histórica) mit vielen denkmalgeschützten Bauwerken aus Granit und einer Burganlage mit Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert zeugt von seiner langen, langen Geschichte. Mittelalter-Feste werden hier gerne zelebriert. Auch wir sind eingeladen zu einem „mittelalterlichen“ Mittagessen. Ein Erlebnis. Uns ist nach Feiern zumute.

Beira Interior

 

Die am höchsten gelegene Weinbauregion Portugals

Die Frische der Berge, das extreme Klima – strenge, kalte Winter mit Temperaturen Beira Interior - Weinbauregionbis unter 0°C und heiße, trockene Sommer – die Granit- und Schieferböden: all dies beeinflusst die am höchsten gelegene Weinbauregion Portugals. 10.000 ha Wein wird auf 300-700m Höhe angebaut. Wir finden hier erfrischende, aromatische und trinkfreudige Weißweine ebenso wie kräftige Rotweine mit Aromen von wilden Beeren und Gewürzen und erstaunlicher Frische vor. Weine mit großem Potential. Das sehr junge Qualitätsweinbaugebiet zertifiziert jährlich 6 Millionen Liter Wein als Qualitätswein und exportiert in mehr als 25 Länder.

Römer haben Traubenpressen und Tanks aus Granit hinterlassen. Im 12. Jahrhundert kultivierten Zisterzienser Mönche Wein. Heute wird das Beira Interior in drei Subregionen eingeteilt: Castelo Rodrigo, Cova de Beira, Pinhel

Beira Interior - WeineEinzigartig und teilweise autochthon sind die angebauten Rebsorten, etwa Síria, Fonte Cal, Malvasia, Arinto, Fernão Pires, Rabo de Ovelha, Folha de Figueira für Weißweine, Tinta Roriz, Touriga Nacional, Touriga Franca, Rufete, Jaen, Trincadeira, Mourisco für Rosé- und Rotweine.Weine Beira Interior

Chardonnay, Syrah, Merlot, Cabernet Sauvignon haben natürlich auch hier Einzug gehalten.

Quinta do Senhor - Beira InteriorÜbrigens sind Produzenten auf der Suche nach neuen Absatzmärkten – und bieten Weine zu einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zwei Beispiele:

Im südlicher liegenden Cova de Beira reifen die Trauben rascher, die einzige lokale Sorte Fonte Cal bringt üppige Weine mit Honigaromatik und stählernen Säure hervor.

Síria: intensive Aromen nach Linden- oder Akazienblüten, Noten von Orange, Pfirsich und Melone. Überraschend sind die Frische und Mineralität der Weine. Síria ist die wichtigste weiße Sorte hier im Beira Interior und steht an fünfter Stelle der am meisten angepflanzten Rebsorten in Portugal.

Verkostung Weine Beira Interior

Ich schließe hier mit meinen Streifzügen durch das Beira Interior . Über Museenbesuche und andere Geschichten erzähle ich demnächst in einem Gastbeitrag auf Elena Paschingers Blog www.creativelena.com !

Unsere Reise wurde durch das Projekt „Douro e Estrela – In Tourism“, das bis 2014 läuft, gefördert von AETUR (Associação dos Empresários do Douro e Trás-os-Montes) und NERGA (Associação Empresarial da Região da Guarda) ermöglicht. Ich danke hier nochmals Pedro Castro und allen Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt für diese Tage!

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