ProWein – eine Weinfachmesse im Überblick

Unter den Weinfachmessen der Welt führend, ging in Düsseldorf dieser Tage die 20. Auflage der ProWein über die Bühne. Von 321 Wein-, Schaumwein- und Spirituosenanbieter, die sich 1994 an 2 Messetagen 1.517 Besuchern präsentierten, wuchs die ProWein binnen 2 Jahrzehnten auf 4.830 Aussteller aus 47 Ländern und mehr als 48.000 internationale Fachbesucher an.
Blick von oben auf die Stände der Halle 6. Aussteller aus Deutschland, sowie vielen Teilen Europas.
Überblick über die Halle 6

Bereits seit 1996 stehen den Besuchern 3 Tage zur Verfügung, um sich durch das schier unüberblickbare Angebot der Winzer und Handelshäuser zu kosten. Eines ist klar: Auch wenn hier nur Fachleute am Werk sind, bedarf es einer guten Strategie, um nicht vom Angebot in den insgesamt 8 Hallen überwältigt zu werden.

Die Strategie für Besucher

Grundsätzlich bieten sich dem Messebesucher vier verschiedene Arten, Weine zu verkosten und Neues zu entdecken. Abhängig davon, welcher Besuchergruppe man angehört (Händler, Presse, Gastronomie, Student, etc) und welches Hauptinteresse man verfolgt, kann man sich aus diesen Modulen seine eigene ProWein-Strategie basteln:

  • Christine Kernohan mit strahlendem Lächeln auf Ihrem Stand auf der ProWein. Sie ist Inhaberin und Kellermeisterin von Gladstone Vineyard in Neuseeland.
    Christine Kernohan – Inhaberin und Kellermeisterin von Gladstone Vineyard, NZ

    Der Winzer-Stand: Anzutreffen als eigenständiger Stand oder Teil eines Gemeinschaftsstandes (zB Winzervereinigung oder Weinbaugebiet). Hier steht die Interaktion mit dem Winzer bzw. den Angestellten des Weinguts im Vordergrund. Man hat die Gelegenheit sich durch das gesamte Sortiment eines Betriebes zu verkosten, Hintergrundinformationen zum Weingut zu erfahren und wenn man Glück hat, auch ältere Jahrgänge zu probieren. Bei knapp 5.000 Ausstellern hat man jedoch die Qual der Wahl.

  • Die Verkostungszone: Hier steht das Verkosten im Vordergrund. Schnell und einfach kann man sich einen guten Überblick über bestimmte Rebsorten, Regionen oder Weinstile machen. Verkostungszonen werden in allen Hallen angeboten. Neben der zentralen Verkostungszone, die in Kooperation mit dem Meininger-Verlag jedes Jahr unter einem bestimmten Thema steht,
    Verschiedene Vinho Verdes nebeneinander aufgereiht, zur schnellen Verkostung in der Halle 2.
    Verkostungszone der portugiesischen Region Vinho Verde.

    laden auch generische Organisationen wie etwa Vinho Verde oder Fachverbände wie zB ECOVIN zur Verkostung. Ebenso die mit dem internationalen Weinpreis Mundus Vini ausgezeichneten Tropfen konnte man dieses Jahr direkt nebeneinander vergleichen.

  • Der Händler-Stand: Weinhändler bzw. –importeure präsentieren hier ihr gesamtes Sortiment. Sie sind häufig Anlaufstelle für Gastronomen, die die Neuheiten im Portfolio ihres Weinhändlers verkosten und Angebote einer bestimmten Preiskategorie miteinander vergleichen wollen. Gelegentlich sind auch hier Winzer direkt anwesend, um Ihre Weine zu präsentieren. Meist jedoch nur mit jenem Teil-Sortiment, das der entsprechende Händler gelistet hat.
  • Seminare und geführte Verkostungen: Diese Veranstaltungen werden häufig von international anerkannten Journalisten oder Weinfachleuten geleitet und vermitteln kompakt und prägnant Informationen zu einem bestimmten Themengebiet. Der Bogen spannt sich dabei von der Präsentation eines bestimmten Weinbaulandes wie zB Moldavien oder einer Region wie etwa das Carnuntum, über die Diskussion neuer Trends (zB Orange wine), bis hin zum Fokus auf eine bestimmte Rebsorte. Natürlich immer gepaart mit einer Verkostung repräsentativer Weine. Auf diese Art kann man sein Wissen vertiefen und Neues – komprimiert verpackt – kennenlernen. Bei etwa 300 Events binnen drei Tagen heißt es jedoch auch hier, gut zu planen.
Weine aus verschiedenen Regionen der Welt direkt nebeneinander, zum Verkosten in der zentralen Verkostungszone der Halle 2.
Zentrale Verkostungszone der ProWein in Halle 2.

Viele, die nicht in der Weinszene zu tun haben, stellen sich Fachmessen, bei denen es ums Verkosten geht, als wahres Eldorado vor. Jeder, der selbst schon einmal die ProWein besucht hat weiß, dass es sich hierbei für Aussteller und Besucher um 72h harte Arbeit handelt. So überwältigend die zur Verfügung stehende Auswahl auch ist, so faszinierend ist sie gleichzeitig. Wo sonst hat man die Möglichkeit den Tag mit Weinen aus dem Napa Valley zu beginnen, danach durch die Weinbauregionen Österreichs und Deutschlands zu schlendern, sich einen Überblick über bio-zertifizierte Weine zu verschaffen, Weine aus „exotischen“ Ländern wie Uruguay, Moldavien oder Japan zu probieren, ehe man den Tag mit englischem Sekt ausklingen lässt?

2015 wird die ProWein noch größer werden und in die Hallen 9-17 am Messegelände Düsseldorf umziehen. Ich freue mich schon jetzt wieder auf diese Reise durch die Weinwelt in 3 Tagen. 15. bis 17. März 2015.

 

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