Spätfrost im Weingarten


Die ersten Blätter

Kaum freut man sich mit steigenden Temperaturen und erwachender Natur über die ersten grünen Blättchen am Rebstock, vermiest einem der Wetterfrosch die Laune. Anfang letzter oche wurden die Winzer in Österreich, Deutschland und der Schweiz unruhig. Schnee und Frost war für 20. und 21. April angesagt. Aber warum genau ist das für die Rebe so gefährlich?

Gefahr ab -1°C

Ein grünes Blatt enthält viel Wasser. Das Wasser in der Zellmembran weitet sich bei Minustemperaturen aus und bringt die Zelle zum platzen. Bereits ab einem Grad unter Null besteht Gefahr für die jungen Triebe. Alles Erfrorene wird schlaff und braun. Durch den Schock der Rebe findet der neue Austrieb meist über 10 Tage später statt. Leider treibt meist nicht alles wieder aus. Bestes Beispiel dafür: der Jahrgang 2016! Für manche spätreifen oder sehr empfindlichen Sorten ist diese Vegetationsverzögerung schwer aufzuholen.

Was bleibt zu tun

Eine viel diskutierte Frage! Es gibt zahlreiche kostenintensive Methoden, wie zum Beispiel das Einpacken ganzer Rebzeilen. Oder aber auch den Anruf bei der Feuerwehr für die Wasserberieselung der Weingärten. Hubschrauber waren auch bereits im Einsatz für die Verwirbelung der kalten und etwas wärmeren Luftschichten.

Viele Weinbauorte entscheiden sich für das Räuchern. Hier wird mit Strohballen, Hackschnitzel, Pellets oder speziellen Kerzen geräuchert was das Zeug hält. Der Rauch soll eine Art Schutzdecke über die Weingärten legen. Kurz vor Sonnenaufgang kommt die Kälte auf ihren Tiefpunkt. (Man kennt das ja von durchzechten Nächten und wunderschönen Sonnenaufgängen, da klapperten die Zähne…) Treffen die Sonnenstrahlen jetzt auf gefrorene Blattzellen und tauen diese rasch auf, bringt es weiteren Schaden mit sich.

Sicherheits-Strecker

Auf Grund des letztjährigen Frostschadens, sah man viele nicht angebundene Strecke an den Reben. Sie wurden zur Sicherheit stehen gelassen. Falls es 2017 zu Frostschaden kommt, gibt es mehr potentielle Augen für die zukünftige Triebentwicklung.

Die meisten Winzer konnten heute nach Sichtung ihrer Reben aufatmen. Zwar sieht man einen leichten bräunlichen Rand an den äußeren Blättern, mehr scheint es jedoch nicht zu sein.

 

Bleibt zu hoffen, dass die Eisheiligen milde gestimmt sind! Wir wünschen allen Winzern weiterhin eine fantastische ruhige Vegetation 2017!

 

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